Erfahrung von Eltern

 
Ulrike Rossen schreibt:
 

Die Wahl des Kindergartens stand für uns nie zur Debatte. Unsere Kinder sollten möglichst in den Wald- und Strandkindergarten. Draußen sein und die Natur kennen lernen.
Am 19. Juli 2004 standen wir dann gestiefelt und gespornt am Eingang zum Wald in Unewatt. Der einzige Zweifel, den wir hegten war, ob unser Sohn warm genug angezogen ist? Doch Informationen von erfahrenen Waldeltern und auch die eigenen Erlebnisse bei Begleittouren im Wald und am Strand ließen schnell erkennen, welche Kleidung ideal ist. Zur üblichen Ausstattung wie Regenkleidung, Gummistiefel und regenfestem Rucksack kamen mit der Zeit eine Zeckenzange, die ab und zu mal zum Einsatz kommt, sowie ein Außenthermometer zum Einschätzen der notwendigen Bekleidung. Zum Schutz des Autos wurde eine Schmutzmatte ausgelegt und ein Maurerkübel für die schlammige Bekleidung an extremen Regentagen in den Kofferraum gestellt. Gut, man kann sich nicht gegen alle Eventualitäten schützen. Es gibt Tage, da möchte man lieber ein Taxi für die Kinder rufen, als sie ins eigene Auto zu lassen. Wenn es aussieht, als hätte das Kind im September Handschuhe an, könnten es auch zwanzig Nacktschnecken sein, die es jubelnd vorzeigen möchte. Oder die Hände sind von einer dicken Kruste überzogen, die vom Ausbaggern des "Flusses" herrührt. Doch seit über zwei Jahren hole ich jeden Tag zufriedene und glückliche Kinder ab. Was machen da schon ein paar "Dreckklotten" im Auto, schmutzige Schuhe oder Berge von Stöcken im Flur? Dafür veranstalten die Kinder Schneckenrennen mit der Weinbergschnecke Susi, angeln Krebse, beobachten Frösche und hatten sogar das Glück, zu Ostern zwei echte Osterhasen bewundern zu können! Unsere Kinder haben gelernt die Tiere und die Umwelt zu respektieren. Und wenn man ihnen erstmal klar gemacht hat, dass Kellerasseln und Nacktschnecken keine Haustiere sind, läuft es zu Hause reibungslos.
Unsere Entscheidung für den Wald-und Strandkindergarten wurde im Umfeld mit vielen Vorurteilen skeptisch beäugt. Doch die vergangenen zwei Jahre haben uns täglich in unserer Entscheidung bestätigt. Wir würden es wieder machen!


 
  Gesa Pinn schreibt:
 

Unser Sohn Hendrik war bereits ein Jahr lang in einem Regelkindergarten untergebracht, bevor er einen Platz im Wald- und Strandkindergarten Langballig bekam. Obwohl er weder schüchtern noch ängstlich war, störte ihn die Unruhe und der Lärm, der bei ca. 20 Kindern in einem relativ kleinen Raum nicht zu vermeiden ist, doch so, dass er schon nach kurzer Zeit nicht mehr hingehen wollte, obwohl er sehr gerne mit den anderen Kindern dort spielte. Als sich dieses auch nach Monaten nicht änderte beschlossen wir, dass Hendrik zum Waldkindergarten wechseln sollte und haben es seit dem nicht bereut. Wegen der unendlichen Möglichkeiten, die sich draussen in der Natur für ein Kind ergeben, kann er seiner Phantasie freien Lauf lassen und sich nur mit dem, was an gegebenem Material vorhanden ist, beschäftigen. Dadurch, dass er sich stundenlang an der frischen Luft bewegt, ist er ausgeglichener geworden und kaum mehr erkältet. Bis heute mussten wir ihn nicht überreden, in den Kindergarten zu gehen, weil er sich nach wie vor auf jeden Tag im Wald freut.